Preview: Fiona – Sterben (Band 6): Wiedergeburt im Turbomodus

      Kommentare deaktiviert für Preview: Fiona – Sterben (Band 6): Wiedergeburt im Turbomodus

Preis: Hier auf Amazon.de
Warm. Es ist warm. Nicht unangenehm, aber warm. Irgendwie fühlt es sich trotzdem seltsam an. Als wäre mein Blick verschleiert. Als ich einen Arm bewege, entstehen Wellen, dann sehe ich meine Hand, von der Flüssigkeit tropft.
Ich liege im Wasser oder einer anderen klaren Flüssigkeit.
Erschrocken richte ich mich auf und blicke mich um.
Keine Ahnung, wo ich bin. Ich liege beziehungsweise sitze in einem Becken, das in Felswand eingelassen ist. Obwohl, Beckenwand und Beckenboden sehen eigentlich überhaupt nicht künstlich aus. Über meinem Kopf befindet sich auch Felsen. Sowieso sieht es so aus, als befände sich das Becken in die Felswand geschlagen, wie eine Art Séparée. Links von mir befindet sich die Wand, zur rechten Hand ein runder Raum, mit Steinfliesen ausgelegt und in einem sanften Braunton ausgeleuchtet. In den Wänden rundherum ähnliche Becken wie das, in dem ich liege. Allerdings scheinen die anderen alle leer zu sein.
Wo zum Teufel bin ich? Wie bin ich hergekommen?
Ich versuche mich zu erinnern. Mit dem Detonator bin ich vom Kloster aus wieder zu der Kapelle geflogen, durch die ich die Katakomben verlassen hatte, und weiter zum Versteck, in dem sich die Eingeschlossenen befanden. Die Vampire haben mich schnell entdeckt, aber das half ihnen überhaupt nichts. Bis sie merkten, was ich vorhabe, war es bereits zu spät für sie.
Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist der Beginn der Explosion, den ich wie in Zeitlupe sehen und hören kann.
Ich nehme an, das Bad dient dazu, meinem Körper bei der Regenerierung zu helfen. Aber wo bin ich? Wer hat mich hierhergebracht? Das ganze Ambiente erinnert mich sehr an die tieferen Regionen der Katakomben, weit unterhalb der Vampirstadt. Ich bezweifle allerdings, dass mich jemand zum Goldenen Skelett getragen hat. Wozu auch?
„Du bist wach.“
Ich reiße den Kopf hoch. Das Goldene Skelett steht neben meinem Becken und hält mir ein Handtuch hin.
„Hier, damit kannst du dich abtrocknen. Es scheint, du bist so weit.“
„Wie weit? Und wo bin ich?“
„Erkennst du mich nicht?“
„Doch, natürlich! Aber wieso bin ich hier?“
„Alle neugeborenen Seelen landen hier, bevor sie in die Gefrorene Welt entlassen werden. Allerdings dauert es normalerweise viel länger, bis sie nach der Puppung bereit sind. Und sie werden auch nicht im Lebenswasser schon wach. Aber du bist ja auch nicht normal.“
„Seelen? Puppung?“
„Oh. Du hast wirklich keine Ahnung, was passiert ist.“
„Doch! Ich habe den Detonator gezündet und …“
„… und bist dabei gestorben. Dein Körper wurde unwiderruflich zerstört. Die einzige Möglichkeit der Regeneration war eine Wiedergeburt.“
„Wiedergeburt?“
„Ja, allerdings eine Turbo-Version davon. Normalerweise würde deine Seele in den Körper eines Neugeborenen eingepflanzt werden, so wie deine Seele ja mal in den Körper von Fiona Carter eingepflanzt wurde, ein paar Tage nach der Zeugung.“
„Ach du Scheiße … Wie viel Zeit ist vergangen seit … seit meinem Tod?“
„Etwa eine Woche, glaube ich. Wie gesagt, der Turbo-Modus. Sonst dauert so was Jahre.“
„Eine Woche?!“
„Schrei doch nicht so. Schneller ging das einfach nicht. Und du musst noch einige Tage hierbleiben.“
„Das ist ausgeschlossen!“ Ich springe aus dem Becken und will mich abtrocknen, stattdessen kippe ich einfach um und werde vom Goldenen Skelett aufgefangen.
„Du bist noch nicht so weit. Ich schätze, in zwei Tagen bist du kräftig genug. Aber das Lebenswasser brauchst du nicht mehr.“ Er trägt mich in einen anderen Raum, in dem unter anderem ein Bett steht, auf das er mich legt.
„Ich hole dir was zu essen. Lauf nicht weg.“
Witzbold. Im Moment könnte ich mich wahrscheinlich nicht einmal aufsetzen, so schwach fühle ich mich.
Die ganze Situation ist völlig abstrus. Ich werde gerade vom Goldenen Skelett nach einer Wiedergeburt gepflegt, damit ich zu Kräften komme und meine Aufgabe erledigen kann! Vom selben Goldenen Skelett, den ich mit Gewalt daran gehindert habe, Katharina zu töten. Und der uns gebeten hatte, ihm bei der Suche nach den Noyerh zu helfen.
Überhaupt, Noyerh. Heißt das, ich war vor Kurzem noch auch so ein Riesenwurm?
Oh, du verdammte Scheiße!
Goldie kommt mit einem Tablett wieder, auf dem Essen und etwas zu trinken stehen. Er hilft mir, mich aufzusetzen, dann legt er das Tablett auf meine Oberschenkel.
„Du musst essen. In zwei Tagen lasse ich dich gehen, aber nur, wenn du brav bist und tust, was ich dir sage.“
„Okay“, murmele ich mürrisch.
„Warum bist du so unfreundlich? Ich mache diesen Job seit Jahrtausenden, kannst mir vertrauen. Auch wenn dein Fall keine Routine ist, das kriegen wir schon hin.“
„Ist ja gut. Was ist eigentlich mit meinen Freunden? Wissen die, dass ich hier bin?“
„Von mir nicht“, knurrt er und stapft hinaus.
Na toll!
Ich esse, trinke und werde danach so müde, dass ich es nicht einmal mehr schaffe, mich hinzulegen.