Wiederkehrer: Beiß mich!

      Kommentare deaktiviert für Wiederkehrer: Beiß mich!

Fortsetzung von: Robin Hood, Dinosaurier und Elfen

Es wird voll.
Und die Elfen proben den Aufstand. Sie drängen sich in Robins „Baum“, der sich schnell füllt. Viel mehr als zehn oder zwölf von ihnen passen nicht rein, aber das reicht schon, dass ich nervös werde.
Und nicht nur ich.
Robin liegt zwischen Fiona und mir, und ich spüre, wie seine Erektion sich verabschiedet. Was mich nicht wundert. Selbst wenn die Elfen gekommen wären, um mitzuspielen, würde ich mich als Mann überfordert fühlen. Doch Derartiges haben sie gar nicht erst im Sinn, zumindest nicht, solange Fiona und ich dabei sind.
„Was wollt ihr hier!?“, brüllt Robin die Elfen an und stößt einige von ihnen von mir fort. „Verschwindet!“
„Wir gehen nicht ohne die beiden! Sie müssen weg!“, brüllt eine von ihnen zurück und greift wieder nach mir. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass auch Fiona bedrängt wird.
Ich schlage zu.
Das Blut der Elfe, rot wie meins, spritzt mir ins Gesicht, dann taumelt sie zurück und presst die Hände auf die Nase.
„Scheiße!“, ruft Robin. „Bist du verrückt geworden? Jetzt …“
Der Rest geht im allgemeinen Geschrei unter, als ich gepackt und nach draußen gezerrt werde. Meine heftige Gegenwehr nützt nicht viel, auch wenn noch mehr Nasen brechen und einige hiernach eine Zahnarztbehandlung brauchen werden. Auch ich kassiere etliche Schläge, doch wie durch ein Wunder bleiben meine Knochen ganz.
Fiona und ich werden draußen von den Elfen umringt. Wir stehen Rücken am Rücken und nicht gewillt, es denen leicht zu machen.
„Verdammt noch mal, auseinander!“ Robin kämpft sich durch den Ring aus Elfen und stellt sich neben uns. Er ist nackt. „Seid ihr völlig übergeschnappt? Was soll das werden?“
„Du gehörst uns!“, ruft eine der Elfen. „Wieso fickst du die beiden?“
„Wieso habt ihr sie mitgebracht?“
„Ganz sicher nicht als Spielzeug für dich! Du hast uns!“
„Warum habt ihr uns nicht einfach in Ruhe gelassen?!“, mische ich mich lautstark ein. „Wir wollten von euch nichts!“
„Halt die Fresse!“ Die Elfe hebt drohend ihr Schwert und die anderen unterstützen sie akustisch.
Plötzlich springt Robin zu der Rädelsführerin und schlägt sie mit der Faust nieder.
Auf einmal wird es gespenstisch still.
Die niedergeschlagene Elfe liegt vor Robins Füßen und regt sich schwach. Der edle Räuber sieht sich keuchend um, dann packt er, für alle überraschend, das Schwert der am Boden liegenden Elfe und schlägt ihr mit einem einzigen Hieb den Kopf ab.
Die Elfen schreien auf. Ich merke nur, dass ich Schnappatmung bekomme. Fiona drückt meine Hand, ansonsten ist ihr keine Regung anzusehen.
Ihre Nerven möchte ich haben.
Robin hebt den Kopf der toten Elfe. Ihre Augen sind weit aufgerissen, sie scheint überrascht zu sein. Sehr überrascht.
Er geht mit ihrem Kopf vor den Elfen im Kreis. „Möchte noch jemand von euch meine Entscheidungen und meine Handlungen infrage stellen?“
Durch die Menge geht ein Raunen.
„Denn wenn ihr das tun wollt, dann bedenkt auch, wer ihr seid und wer ich bin! Und jetzt macht den Weg frei!“
Tatsächlich öffnet sich eine Gasse, sodass wir zusammen mit Robin wieder in den Baum gehen können. Die Anspannung der Elfen lässt die Luft förmlich vibrieren. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.
„Wir haben nicht viel Zeit“, sagt Robin. „Ihr müsst verschwinden, solange sie noch ruhig sind.“
„Und du? Was ist mit dir?“ Während ich Robin anstarre und die Frage stelle, holt Fiona unsere Sachen.
„Ich bleibe hier.“
„Warum kommst nicht mit uns?“
„Fiona, spinnst du?“ Fiona wedelt mit ihrer Hand vor meinem Gesicht hin und her. „Hallo? Was sollen wir mit ihm?“
„Wir können ihn doch nicht hier lassen!“
„Wieso nicht? Hundert Fotzen sind doch besser als zwei. Oh, sorry, neunundneunzig.“
Ich starre sie an. Und plötzlich werde ich sehr wütend. „Wieso? Ihre Fotze ist doch noch ganz!“
Fiona runzelt die Stirn. „Das hast du jetzt aber nicht grad gesagt, oder?“
„Glaubst du, nur du kannst reden wie eine Straßenhure? Und überhaupt …“
„Schluss jetzt!“, ruft Robin. „Ich kann für mich selbst entscheiden. Ich bleibe hier, mir passiert nichts. Macht euch bereit, bevor es zu spät ist.“
„Er hat recht“, sagt Fiona, dabei zieht sie ihre Jacke an. „Willst du nackt mitkommen?“
„Nein“, erwidere ich mürrisch und ziehe mich auch an. Währenddessen spüre ich den Blick Robins auf mir. Und die Berührung seiner Haut, seine Küsse, seinen Schwanz …
Verdammte Scheiße!
„Was ist los?“, erkundigt sich Fiona.
„Nichts!“ Ich vermeide es, sie anzusehen, sonst kommen noch mehr Erinnerungen, auch daran, was sie so alles gemacht hat. Mit ihm, mit mir. Und ich mit ihr. Und wie pervers das alles eigentlich ist.
Aber wenigstens kann ich sagen, ich hatte Sex mit Robin Hood.

„Lass uns eine Pause machen!“
Fiona bleibt stehen und sieht mich an. Sie macht den Eindruck, als wollte sie etwas sagen, aber schließlich nickt sie nur. Wir setzen uns nebeneinander auf einen umgekippten Baum. Von denen gibt es hier ziemlich viele. Die Stürme, die in dieser Gegend toben, müssen ganz schön heftig sein.
Nach einer Weile bricht Fiona das düstere Schweigen. „Hast du dich in ihn verliebt?“
„In wen?“
„Robin.“
„Warum sollte ich?“
„Wegen seines Schwanzes. Zum Beispiel.“
Ich blicke sie stirnrunzelnd an. „Ich habe es nicht nötig, mich in einen Schwanz zu verlieben, okay? Hast du eine Ahnung, wie viele ich hatte, als ich noch so aussah wie du?“
„Nö, woher denn? Außerdem dürftest du auch jetzt keine Probleme haben, Männer zu finden, mit denen du herumficken kannst.“
„Sag mal, kannst du das mal lassen, diese bescheuerte Ausdrucksweise? Bist du wirklich so auf Sex fixiert?“
„Nein, aber auf Orgasmen.“
„Wie bitte?“
Sie lacht. „Schätzchen, dich kann man ganz schön leicht irritieren.“
Ich schweige verwirrt. Diese Frau schafft es tatsächlich immer wieder, mich durcheinanderzubringen. Und wenn ich bedenke, dass sie vermutlich so ist, wie ich vor etwa fünfzehn Jahren … Wann habe ich mich verloren?
Ich beschließe, dass weder Ort noch Zeitpunkt geeignet für eine Psychoanalyse sind, und lenke meine Gedanken in die Vergangenheit. Genauer gesagt, erinnere ich mich daran, wie Robin die Elfen abgelenkt hat, damit sie uns in Ruhe lassen.
Es mag ja sein, dass die meisten Männer bevorzugt ihrem kleinen Freund das Denken überlassen, aber so viel besser sind Frauen auch nicht. Sie geben es nur nicht zu, denn das kommt nicht so gut an. Meistens jedenfalls. Fiona scheint ja solche Hemmungen nicht zu kennen.
„Hallo? Aufwachen!“
Ich mustere sie. „Was denn?“
„Du warst schon wieder so weggetreten. Das kommt neuerdings öfter vor.“
„Ich war in Gedanken. Was willst du?“
„Wir sollten weiter. Bald ist es dunkel, dann wird das Gehen beschwerlich. Vor allem für dich. Ich als Vampirin habe da kleine Vorteile.“
Ich schlucke eine böse Erwiderung wieder hinunter, denn sie hat leider recht. Stumm nicke ich und wir machen uns auf auf den Weg.
„Wenigstens hat Robin seinen Spaß“, bemerkt Fiona dabei grinsend.
„Halt die Klappe.“

Wir haben uns verirrt. Definitiv.
„Wir haben uns verirrt“, spreche ich es laut aus.
„Unsinn“, erwidert Fiona knurrend. „Der Wald ist nur groß …“
„Erzähl nicht so einen Schwachsinn! Robin hat gesagt, wir brauchen höchstens einen halben Tag! Und der ist ja wohl schon lange rum!“
Fiona bleibt stehen und mustert die Umgebung. Die Sonne versteckt sich hinter dünnen Schleierwolken und es ist heiß. Ich habe das Gefühl, meine Sachen kleben wie eine zweite Haut an mir.
„Also schön, du hast recht. Fühlst du dich jetzt besser?“
„Natürlich nicht. Ich will gar nicht, dass wir uns verirrt haben, ich schau lediglich den Tatsachen ins Auge.“
„Ach ja? Was kannst du denn in Somnita als Tatsache akzeptieren? Dass du mit dir selbst redest? Schneewittchen? Oder Robin mit hundert Elfen?“
„Worauf willst du denn hinaus?“
„Dass deine Tatsachen genauso eine Illusion sind wie alles andere.“
„Dann brauchen wir uns ja nur vorzustellen, dass wir uns nicht verirrt haben und schon ist alles wieder gut. Du hast die Lösung gefunden!“
„Als Psychologin solltest du eigentlich wissen, dass man sich nichts vorstellen kann, das nicht ist.“
„Weiß ich auch. Wollte dich nur testen.“ Ohne ihre übliche und wahrscheinlich wie immer impertinente Antwort abzuwarten, gehe ich weiter. In irgendeine Richtung. Ist eh egal. Wir werden weder Drachenkind finden noch Fiona retten. Wir werden hier sterben, irgendwann. Morgen. Oder in hundert Jahren. Spätestens, wenn die Dinosaurier wiederkommen.
Fiona packt mich von hinten am linken Arm. „Hey, wo willst du denn hin?“
„Das ist mir scheißegal!“, schreie ich sie an. „Was spielt das denn noch für eine Rolle?“
„Eine sehr große.“
„Wir haben uns verirrt, will das nicht in deinen verdammten Schädel? Hier kommen wir niemals raus!“
„Wieso denkst du das? Dass negatives Denken nicht funktioniert, heißt ja nicht, dass es andersherum auch nicht geht. Im Gegenteil. Wir sind in der Verborgenen Welt. Zwar in einem verflucht tiefen und düsteren Winkel davon, aber in der Verborgenen Welt. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir wollen.“
„Und dann?!“
Sie blickt sich um, als suchte sie etwas, dann zuckt sie die Achseln. „Keine Ahnung. Aber irgendwas wird dann schon passieren.“
„Na toll! Und das ist jetzt deine Lösung?“
„Hast du einen besseren Vorschlag?“
Natürlich nicht, sonst stünde ich nicht rum und diskutierte mit meinem Vampir-Ich. Ich atme also tief durch. Ich bin Psychologin und Profilerin, es muss doch möglich sein, dass ich rational handle.
„Schon besser. Bist du bereit, wieder mit mir zusammenzuarbeiten?“
„Ja“, erwidere ich mürrisch. „Also, wo lang?“
Fiona überlegt kurz, dann zeigt sie in eine Richtung. In irgendeine, wie mir scheint. Aber sie ist genauso gut wie jede andere, also nicke ich.
„Okay, dann mal los.“
Fiona geht vor, ich folge ihr. Wenn es nur nicht so verdammt heiß wäre.

Die Tage vergehen in quälender Eintönigkeit. Und es ist heiß. Ich habe das Gefühl, es wird sogar heißer. Jeden Tag ein bisschen. Irgendwann beschließe ich, mich auszuziehen. Nur den Slip behalte ich an. Ich will nicht, dass mir irgendein exotisches Vieh reinkriecht.
Fiona bleibt angezogen. Irgendwie bewundere ich das. Aber vielleicht sind Vampire einfach nur unempfindlich, was Temperaturen angeht. Vielleicht sollte ich mich einfach von ihr verwandeln lassen.
„Tut das weh?“
„Was?“, fragt sie, ohne sich umzudrehen.
„Wenn man zum Vampir wird.“
Sie bleibt so abrupt stehen, dass ich sie anremmple.
„Was?“
„Ob es wehtut, wenn man …“
„Ich habe dich verstanden! Verdammt, was soll die Frage?“
„Ich bin bloß neugierig.“
„Verdammte Scheiße, verarsch mich nicht, okay? Ich würde niemals eine solche Frage einfach so aus Neugierde stellen, also tust du das auch nicht. Worüber denkst du da nach?“
„Ich … Ich komme um vor Hitze. Und dir scheint sie nichts auszumachen.“
„Und deswegen willst du dich verwandeln lassen? Bist du völlig irre geworden?“
„Nein, bin ich nicht!“ Ich gehe einige Schritte, dann drehe ich mich wieder um. „Was hast du eigentlich für ein Problem? Wir werden sowieso bald sterben, was spielt es da für eine Rolle, ob du mich verwandelst oder nicht? Und als Vampir wäre ich stärker, ausdauernder, nützlicher!“
Fiona kaut auf ihrer Unterlippe herum und schweigt.
„Habe ich recht oder habe ich recht?“
„Es tut höllisch weh“, erwidert sie.
„Super, besten Dank auch! Außerdem, du hast es doch auch überlebt … Ich meine, überstanden. Irgendwie.“
„Ja, irgendwie.“ Sie grinst andeutungsweise. „Meinst du das wirklich ernst?“
„Sieh dich doch um. Wir sind in irgendeinem Dschungel, hinter jedem Baum könnte ein Dino lauern, und außerdem werden wir entweder verhungern, verdursten oder austrocknen. Ich zumindest. Wir hätten was von dem kühlen Bier mitnehmen sollen.“
„Ja, das wäre eine gute Idee gewesen. Schade, dass sie dir erst jetzt einfällt.“ Sie kaut wieder auf ihrer Unterlippe herum, aber diesmal sind ihre Eckzähne sichtbar.
Ich frage mich plötzlich, ob ich das wirklich will. Vor allem, wenn es wirklich so wehtut. Andererseits, die Alternative ist auch nicht viel besser. Vielleicht sogar schlimmer. Dauert nur länger. Schwach erinnere ich mich an eine Vorlesung, in der es darum ging, wie lange ein Mensch ohne zu trinken durchhalten kann und wie das Verdursten abläuft.
Klang nicht wirklich gut.
Wobei, ich dürfte eigentlich gar nicht mehr herumlaufen können. Nicht bei dieser Hitze. Aber wir sind ja auch in der Verborgenen Welt.
„Kann ich hier überhaupt sterben?“
Fiona mustert mich. „Ja und nein. Also, du kannst nicht zu Tode kommen. Sterben schon. Du hast ja noch die Illusion eines Körpers, da gehört das Sterben dazu.“
„Und … wie lange dauert das?“
„Ewig. Irgendwann würdest du einfach nicht mehr weiterlaufen können. Dann fällst du um und liegst da. Ganz sterben kannst du nicht, dich bewegen auch nicht. Eine ganz beschissene Situation.“
„Verfluchte Scheiße.“ Ich wende mich ab und atme tief durch. Das hier muss die Hölle sein. „Okay, dann verwandle mich.“
„Bist du dir wirklich sicher? Ich würde dich ja nicht hier liegenlassen.“
„Und, was würde das ändern?“
„Nichts. Aber es gibt keine Garantie, dass es besser läuft, wenn du auch ein Vampir bist.“
„Aber unsere Chancen steigen. Oder?“
Sie nickt langsam.
„Dann mach es. Wie läuft so was überhaupt ab?“
Sie kommt näher und schiebt mit einer Hand meine Haare auf der linken Seite nach hinten, dann berührt sie meinen Hals, irgendwo da, wo die Schlagader verlaufen muss.
„Ich beiße da rein, durchtrenne deine Halsschlagader und trinke dein Blut. Wenn ich aufhöre, bevor du leer bist, stirbst du. Oder eben auch nicht, aber du verwandelst dich nicht. Wenn ich dich ganz leer trinke, dann fällst du in eine Art Koma. Es dauert ein oder zwei Tage. Danach beginnst du aufzuwachen, was sehr schmerzhaft ist, denn dein Körper lebt ja nicht mehr. Nach ein paar Stunden, in denen du dir wünschst, tot zu sein, wird es langsam besser. Dann bekommst du einen höllischen Durst auf Blut. Jetzt musst du ganz schnell Blut trinken, sonst verdörrst du. Du stirbst nicht, aber du wirst zu einem Vampirzombie.“
„Und wo kriege ich hier Blut her?!“
„Ich gehe jagen, während du im Koma bist. Tiere gibt es hier ja genug.“
„Hm.“
„Du kannst es dir ja noch überlegen.“ Damit dreht sie sich um und geht weiter. Nach kurzem Nachdenken folge ich ihr.

Wir suchen eine passende Stelle. Sie muss geschützt sein, am besten etwas erhöht. Gleichzeitig aber auch sicher vor neugierigen Blicken. Dinos könnten von oben draufschauen, aber alle anderen sollen mich nicht da liegen sehen, während Fiona auf der Jagd ist.
Nachdem wir die ideale Stelle, eine lichte Anhöhe, auf der sogar ein paar Sträucher etwas Schatten spenden, gefunden haben, setzen wir uns hin. Im Schneidersitz, und unsere Knie berühren sich dabei. Dann nimmt sie meine Hände und schaut mir in die Augen.
„Letzte Chance. Wenn ich gleich meine Zähne vollständig ausfahre, kann ich es nicht mehr stoppen.“
Ich mustere ihre Lippen und sie entblößt mit einem leichten Lächeln die Zähne. Bis auf die nur leicht ausgefahrenen Eckzähne sieht alles ganz normal aus. Wenn man mal davon absieht, dass ihr Gebiss gerade absurd gesund aussieht. Blendend weiß, kein Zahnbelag, kein Zahnstein, keine Lücke. Der reinste Horror für jeden Zahnarzt.
Ich atme tief durch und nicke.
„Am besten legst du dich hin. Mach deinen Hals frei. Ich werde mich neben dich legen und dich festhalten, denn sonst besteht die Gefahr, dass du dich losreißt. Und das wäre fatal.“
Ich nicke erneut, dann lehne ich mich zurück, bis mein Kopf den Boden berührt. Ich wende ihn nach rechts, sodass ich die Erde an meiner Wange spüre. Mit einer Hand schiebe ich die Haare weg.
Ich spüre, wie sie sich neben mich legt. Ein Bein und ein Arm drücken mich auf den Boden. Ihr heißer Atem streift meine Nase und weckt Erinnerungen.
Erinnerungen, die ich jetzt so gar nicht gebrauchen kann.
„Was ist los?“, erkundigt sie sich. „Du hast dich plötzlich versteift.“
„Nichts“, erwidere ich, ohne sie anzusehen. „Erinnerungen.“
„Ich verstehe.“
Es vergehen einige Sekunden, ohne dass was geschieht.
Und dann bohren sich ihre Zähne in meinen Hals.

(Es geht bald weiter. Versprochen.)